Generalversammlung vom 3. Juli 2020

Der Sportverein stellt sich neu auf

Von Lothar Herzog 

 

 

Christian Bantle wird den SV Waldmössingen als neuer Vorsitzender ins Jubiläumsjahr 2021 führen. Mit der Einrichtung einer hauptamtlichen Geschäftsstelle werden die Weichen für eine professionellere Zukunft gestellt.

 

Schramberg-Waldmössingen. Annährend 100 Mitglieder waren am Freitag zur Hauptversammlung des SV Waldmössingen in die Kastellhalle gekommen. Nur eine Handvoll mehr, und die Halle wäre Corona-bedingt zu klein gewesen.

 

Nach Auskunft des SVW-Chefs Frank Schneider verlief die Suche nach neuen ehrenamtlichen Mitarbeitern im vergangenen Jahr angenehmer als sonst, aber sie gestalte sich nach wie vor sehr zeitaufwendig. Die vor einem Jahr begonnene Umstrukturierung habe sich bereits bewährt. Sorgen bereite der Vereinsführung allerdings der demografische Wandel. Auch der SV Waldmössingen werde in absehbarer Zeit nicht mehr alle Jugendmannschaften anbieten können. Das begonnene Jugendkonzept sowie die Kooperation mit der Grundschule seien erste Schritte gewesen, um dem entgegen zu steuern. "Längst hat der Kampf um die Kinder begonnen. Wer die Presse aufmerksam verfolgt, sieht, dass es im Aktivenbereich zu immer mehr Spielgemeinschaften kommt", stellte Schneider fest und nannte als weiteres Beispiel Dunningen und Seedorf.

 

Der SVW dürfe sich da auf die Schultern klopfen, da er auch in der Saison 2020/2021 mit drei eigenständigen Herren-Mannschaften an den Start gehen könne. Auch auf die Zusammenarbeit im Verein dürfe man stolz sein. "Wir haben ein sehr gut funktionierendes Team", bekräftigte Schneider. Dennoch müsse man etwas professioneller werden. Der Vorstand stelle deshalb den Antrag an die Versammlung, eine bezahlte Geschäftsstelle einzurichten, zunächst auf die Dauer eines Jahres. Die Bürokraft in der Geschäftsstelle werde sich um administrative und strategische Aufgaben kümmern. Hierzu gehöre das Alltagsgeschäft.

 

Bezahlung als Übungsleiter

 

Die Bezahlung soll in Höhe einer Übungsleiterpauschale (3000 Euro jährlich) erfolgen, um steuerfrei zu bleiben. Diesen Schritt hätte der SVW bereits vor fünf Jahren gehen sollen, wie Gespräche von Geschäftsführer Fabian Detemple mit anderen Vereinen in dieser Größenordnung ergeben hätten, schilderte der Vorsitzende. Vorgesehen ist, die Geschäftsstelle im Sportheim mit festen Öffnungszeiten einzurichten.

 

Die Bedenken von Karl Roth, dass es zu Unstimmigkeiten kommen könne, weil viele Ehrenamtliche unentgeltliche Arbeit leisteten, hatte Schneider nicht. "Ich bekomme täglich circa 25 E-Mails, die ich an die Fachbereichsleiter weiterleite. Jeder von uns ist froh, wenn ihm Arbeit abgenommen wird. Da wird keiner neidisch sein, weil die Geschäftsstelle bezahlt wird", versicherte Schneider. Der Antrag wurde einstimmig befürwortet.

 

Für eine zweite Amtszeit stand SWV Vorsitzender Frank Schneider nicht mehr zur Verfügung. Er freue sich, in Christian Bantle einen Nachfolger gefunden zu haben, "der das SVW-Gen in sich trägt", sagte Schneider.

 

Bantle erzielte in offener Wahl ein einstimmiges Ergebnis. Die Funktion des Ressortleiters Fußball Aktive übernahm Daniel Ruf von Benjamin Haas, der Platzkassierer Franz Güner ablöste. Wiedergewählt wurden Geschäftsführer Fabian Detemple sowie dessen Stellvertreter Oliver Kimmich.

 

Neu in die Geschäftsführung rückte Nadine Bantle, die für die Homepage verantwortlich ist. Chris Labuschewski bleibt Vorstand Technik und Infrastruktur, Xaver Benner Kassenprüfer und Yannik Meier Beisitzer. Neu in dieses Gremium stößt Helene Hauser, da Christina Hess nicht mehr kandidierte.

Sportverein plant weiter sein 100. Jubiläum

Von Lothar Herzog 

 

 

Der Sportverein Waldmössingen hält weiter daran fest, im April 2021 sein 100-jähriges Bestehen mit einer Jubiläumsgala in der Kastellhalle mit geladenen Gästen zu feiern.

 

Schramberg-Waldmössingen. Wie Vorsitzender Frank Schneider in der Hauptversammlung informierte, sei für das klassische Jubiläum bereits im vergangenen Jahr ein Festteam zusammengestellt und verschiedene Ideen diskutiert worden. Das Ziel sei, 100 Jahre SVW mit Mitgliedern, Gönnern und Freunden zu feiern. Als Höhepunkt ist am 24. April 2021 eine Jubiläums-Gala mit Programm vorgesehen. Die Ausrichtung des Heimbachpokalturniers vom 14. bis 18. Juli sowie das elfte Weiherwasenfest am 11. September mit "SVnator" (Hindernislauf) sollen weitere Veranstaltungshöhepunkte sein. Außerdem sei die Idee entstanden, einen "Club100" zu gründen, mit 100 Euro werde man ständiges Mitglied und fördere die Jubiläumsaktivitäten.

 

Es werde kein dritter Sportplatz angestrebt, sondern außer dem bestehenden Rasenplatz ein Kleinspielfeld im Bereich des jetzigen Bolzplatzes und Basketballfelds sowie ein Kunstrasenplatz. Für Letzteren seien mehrere Varianten hinsichtlich der Ausrichtung diskutiert worden. Letztlich führe der Vorschlag der Stadtplaner am Ort des bisherigen Trainingsplatzes am schnellsten zum Ziel. Die beabsichtigte Realisierung sei der Oberbürgermeisterin und dem Ortschaftsrat bereits präsentiert worden. Letzterer mache aber auch deutlich, dass es bezahlbar sein müsse. Ortsvorsteher Markus Falk habe signalisiert, dass jetzt Gas gegeben werden könne.

 

Es habe den Wunsch gegeben, dass der Kunstrasen zum Jubiläum fertig ist. "Jetzt sind wir schon froh, wenn wir 2021 mit dem Bau beginnen können", räumte Schneider ein. Im aktuellen Haushalt seien 20 000 Euro für eine Planungsrate eingestellt, mit der man natürlich nicht weit komme.

 

Durch die Corona-Krise seien dem Verein Einnahmen weggebrochen. Auch das Weiherwasenfest am 12. September dieses Jahres habe abgesagt werden müssen. Obwohl drei Monate lang kein Trainingsbetrieb stattgefunden habe, stelle der Vorstand den Antrag an die Versammlung, die Beiträge im Bereich Fußball Jugend und Aktive wie geplant abzubuchen. Dadurch könnten die finanziellen Ausfälle besser verkraftet werden, bat Schneider um Zustimmung, die einstimmig erfolgte. Das sportliche Ziel, im Jubiläumsjahr wieder in der Bezirksliga zu spielen, sollte weiterhin der Anspruch der ersten Mannschaft sein. Die zweite Mannschaft habe das Zeug, in der Kreisliga B zu bestehen. Die dritte SVW-Staffel sollte vor allem Spaß am Kicken haben, aber nicht den Eindruck einer Stammtisch-Elf vermitteln, forderte Schneider, der als letzte Amtshandlung insgesamt 25 treue und verdiente Mitglieder mit Urkunden und Ehrennadeln auszeichnete.

 

In den Kreis der Ehrenmitglieder rückten Hermann Faißt, Karl Flamm, Michael Haller, Helmut Hauser und Hans-Peter Maurer, die seit 40 Jahren (aktiv) und 50 Jahren (passiv) dem Sportverein die Treue halten.

Für jeweils 150 Spiele im Dress des SVW erhielten Thomas Herzog und Raphael Hauser eine Trophäe.

Verabschiedet wurden die Funktionäre Benjamin Haas, Franz Grüner und Christina Hartmann.

 20 Jahre: Stefanie Erath, Cornelia Flaig, Judith Flamm, Daniela Ginter, Elnathan Heizmann, Daniela Rapp, Dirk Kinzel, Sabine Schumpp und Raphaela Slezinski.

 30 Jahre: Martin Keller, Oliver Nachengast und Daniel Scholz.

 40 Jahre: Dietmar Kimmich, Eugen Kögl und Herbert Zielke.